Salve!

Latein, eines der ältesten Schulfächer in Deutschland und in Europa, wird am Gymnasium Waldstraße von vier Kolleginnen und Kollegen unterrichtet: Herrn Augsburger (Fachvorsitzender), Herrn Kreter, Herrn Pappas und Frau Schwacke.

Roma aeterna - die ewige Stadt

Dem berühmten Heldengedicht Vergils nach soll Aeneas mit seinen Gefährten aus dem zerstörten Troja nach Latium in Italien geflohen sein. Dort heiratete er Lavinia, die Tochter des Königs der Latiner. So wurde Aeneas als Stammvater des römischen Volkes angesehen, dessen Ursprung auf die Latiner und die geflohenen Trojaner zurückgeführt wurde. Ein legendärer Nachfahre des Aeneas, Romulus, soll 753 v. Chr. in Latium die nach ihm benannte Stadt Rom gegründet haben. Viele Jahrhunderte später beherrschten die Römer den gesamten Mittelmeerraum und verbreiteten auf diese Weise ihre Kultur und ihre Sprache, Latein. So wurde Latein zur Mutter aller romanischen Sprachen, insbesondere des Italienischen, des Spanischen und des Französischen.

Warum heute noch Latein lernen?

... weil Latein die Basis vieler europäischer Sprachen ist

Wer Latein kann, hat eine hervorragende Grundlage, Italienisch, Spanisch oder Französisch zu lernen. Aber auch eine großer Teil des englischen Wortschatzes lässt sich auf den lateinischen zurückführen.

... weil Latein die Sprachkompetenz im Deutschen fördert

Wer Latein kann, kennt den Ursprung der meisten deutschen Lehn- und Fremdwörter. Aber auch die Grammatik des Deutschen wird durch die lateinische Grammatik deutlich besser und genauer verständlich. Beim Übersetzen lateinischer Texte kommt es neben den Vokabelkenntnissen vor allem darauf an, den grammatischen Aufbau der Sätze klar zu erkennen. Dieser Blick auf die Grammatik führt auch beim Lesen deutscher Texte zu einem besseren und genaueren Verständnis.

... weil das Übersetzen lateinischer Texte das methodisch-analytische Denken fördert

Lateinische Sätze und Texte sind oft nicht aus einer bloßen Sprachintuition allein heraus verständlich, vielmehr benötigt man für die inhaltliche Erschließung in der Regel einen systematischen Zugriff durch Übersetzungsmethoden. Die Anwendung dieser Methoden nimmt im Lateinunterricht einen großen Raum ein und schult in besonderer Weise das methodisch-analytische Denken.

... weil man viel über antike Geschichte und Kultur und auch über die eigene Kultur erfährt

Im Lateinunterricht erfährt man viel über die antike Geschichte und die Lebensweise der Römer. Vor diesem Hintergrund kann man wesentliche Fragen für unsere heutige Gesellschaft und Kultur anders und differenzierter beurteilen. Welche gesellschaftliche Stellung hatte die Frau im antiken Rom, wie (un)gleichberechtigt waren die Geschlechter damals im Vergleich zu heute? Wie tolerant oder intolerant war die damalige Gesellschaft im Umgang mit sexueller Diversität? Welche Bedeutung hatte die Religion für Staat und Gesellschaft? Der Vergleich von damals und heute schafft ein besseres Bewusstsein für die eigene Kultur.